Um neue Perspektiven einnehmen zu können, müssen Sie Ihren Dunstkreis verlassen

Das wohl zutreffendste Zitat hierzu stammt von Jim Rohn: „Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst.“ Gerade im ERP-Umfeld ist das absolut zutreffend. Je mehr man in diese Themen eingebunden ist, desto mehr nimmt man die Ansichten und Verhaltensweisen des Umfeldes an. Aus diesem Grund plädieren wir dazu, sich regelmäßig Wissen von außerhalb des Unternehmens zu suchen. Das können Besuche externer Veranstaltungen oder verschiedener anderer Unternehmen sein. Diese externen Ansichten sind elementar für die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens. Das bedeutet nicht, dass Sie von jeder Veranstaltung etwas Neues mitbringen und sofort implementieren müssen. Es kann auch bedeuten, dass man darüber Erkenntnis erlangt, wie es eben nicht funktioniert. Dadurch erweitern Sie Ihren eigenen „Know-how-Werkzeugkasten“. Doch zunächst sollte eine grundlegende Sache geklärt werden:

Ihre Ansprüche an ERP-Systeme

Wichtig ist hierbei, zu klären, was Ihr ERP-System für Sie bedeutet. Damit ist eher die Haltung gegenüber Ihrem ERP-System gemeint als die technische Nutzung. Wenn Sie Ihr ERP als Alibi-Tool sehen, dann können Sie sich sicher sein, dass es sich auch genau so entwickeln wird. Wir bitten Sie innezuhalten und sich zu überlegen, als was Sie Ihr ERP-System überhaupt sehen:

1. ERP als Alibi

Diese Ansicht trifft zu, wenn Sie kein Verständnis dafür entwickeln, welche Rolle ein ERP-System in Ihrem Unternehmen einnimmt und welche Aufgaben es sinnvollerweise übernehmen muss. Das ERP-System ist zwar vorhanden, wird sich aber niemals entfalten können. Diese Haltung spüren folglich auch die Kollegen und Mitarbeiter und werden vermutlich die gleiche Haltung einnehmen.

2. ERP als Hilfsmittel

In diesem Stadium beginnen erste Dinge bezüglich ERP zu fruchten. Sie verstehen zwar die Bedeutung des ERP-Systems und wissen auch, dass es notwendig ist, um Ihre Ziele zu erreichen. Wie das aber passieren soll und was konkret zu tun ist, ist Ihnen jedoch unklar. Dafür holen Sie sich einen ERP-Berater ins Haus. Sie legen ein Budget fest und fangen an. Der Haken daran ist, dass bei Ihnen der Groschen bezüglich Klarheit noch nicht gefallen ist und der externe Berater ausschließlich seine bekannten Werkzeuge nutzt, die er in seiner Ausbildung gelernt hat. Es wird dann zwar an den Zielen gearbeitet, jedoch meist sehr ineffizient und langsam.

3. ERP als Treiber

In diesem Stadium nehmen Sie die Situation zum ersten Mal wirklich an. Sie verstehen, wo der Schuh drückt, und Ihnen ist es möglich, erste Schritte und Maßnahmen selbst zu definieren und umzusetzen. Durch kurze und viele kleine Aufgaben ist es auch Ihren Kollegen möglich, zu liefern und Dinge zu Ende zu bringen. Dadurch wächst das Interesse am Thema ERP. Durch Ideen der beteiligten Kollegen verstehen Sie das ERP-System als Treiber und nutzen diese Aufwärtsspirale.

Nur mit Mut geht’s effizient ans Ziel

Sollten Sie nun motiviert und sich im Klaren darüber sein, was mit dem ERP-System erreicht werden soll, dann gehört immer noch eine Portion Mut dazu, das Ganze auch anzupacken. Wenn es aus Kapazitätsengpässen oder Budgetrestriktionen nicht sofort möglich sein sollte, ist das erfahrungsgemäß auch kein Problem. Dann starten Sie das Projekt eben erst nach sechs Monaten. Wichtig ist, sich hierbei nicht zu überfrachten und bei der Umsetzung dranzubleiben.

Ohne Einsicht in die Sackgasse

Sollten Sie keine Erkenntnis darüber erlangen können, dass das ERP-System ein elementarer Baustein ist, werden Sie das auch nie auf Ihre Organisation übertragen können. Wenn Sie es selbst nicht schaffen, Erkenntnis zu gewinnen, wird es Ihre Organisation auch nicht schaffen und Sie werden scheitern oder zumindest ein nicht wirksames Resultat erhalten und in der Kategorie „ERP als Alibi“ landen.

Die Maßnahmen sind die leichteste Übung

Nun gilt es, sich an die leichteste Übung zu machen: Maßnahmen definieren und das Notwendige umzusetzten. Das gilt jedoch nur, wenn Sie einsichtig sind (Schritt 1) und den notwendigen Mut aufbringen (Schritt 2).
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